Der Name Gabor Torsten Sprungk ist bis heute untrennbar mit einem der schockierendsten Kriminalfälle in Sachsen-Anhalt verbunden. Der sogenannte Doppelmörder von Mansfeld sorgte zwischen 2007 und 2008 mit mehreren Taten für Entsetzen, die nicht nur die Region, sondern ganz Deutschland bewegten. Später stellte sich heraus, dass ihm auch das Verschwinden einer Schweizerin zugeordnet werden konnte. Dieser Artikel zeichnet die Taten, Ermittlungen, Gerichtsprozesse und den Tod Sprungks in der Haftanstalt Burg nach.
Wer war Gabor Sprungk?
Gabor Sprungk wurde 1971 geboren und führte lange Zeit ein unauffälliges Leben. Öffentlich bekannt wurde er jedoch erst durch seine brutalen Taten, die ihn zu einem der gefährlichsten Straftäter Sachsen-Anhalts machten. Medien bezeichneten ihn später als „gefährlichsten Mann des Bundeslandes“. Sein Name steht heute für Gewalt, Manipulation und kaltblütige Morde.
Die erste Spur: Verschwinden von Maria Kämpf-Ribeiro (2007)
Im Sommer 2007 lernte Sprungk die in der Schweiz lebende Maria Kämpf-Ribeiro kennen. Der Kontakt entstand über das Internet und wurde durch unzählige SMS vertieft. Er lockte die Frau nach Deutschland – doch sie verschwand spurlos. Erst Jahre später, 2011, wurden in einem Waldstück nahe Mansfeld skelettierte Überreste gefunden, die eindeutig der Vermissten zugeordnet werden konnten.
Diese Tat zeigte ein klares Muster: Sprungk verstand es, Vertrauen aufzubauen, um seine Opfer anschließend in eine tödliche Falle zu locken.
Der Doppelmord in Mansfeld (2008)
Am 29. Juni 2008 eskalierte Sprungk in Mansfeld endgültig. Zunächst drang er in das Haus einer 76-jährigen Frau ein und tötete sie. Anschließend lockte er ihren 64-jährigen Hausarzt unter einem Vorwand dorthin und ermordete auch ihn. Nach den Taten nutzte er die Bankkarte der Frau und floh mit dem Auto des Arztes.
Die brutale Vorgehensweise, gepaart mit der eiskalten Planung, erschütterte die kleine Stadt und wurde bundesweit zu einer Schlagzeile.
Festnahme in der Schweiz und Auslieferung
Nur wenige Tage nach dem Doppelmord konnte Sprungk in der Schweiz festgenommen werden. Dort hatte er versucht, unterzutauchen. Doch die enge Zusammenarbeit deutscher und schweizerischer Behörden führte rasch zu seiner Überstellung nach Deutschland. Die Festnahme bestätigte, wie gefährlich und skrupellos dieser Täter war.
Das erste Urteil: Lebenslange Haft (2010)
2010 verurteilte das Landgericht Halle Gabor Sprungk für die beiden Morde in Mansfeld zu lebenslanger Haft. Das Gericht erkannte zudem die außergewöhnliche Schwere der Schuld an und verhängte die Maßnahme der Sicherungsverwahrung. Damit war klar: Sprungk würde nie wieder in Freiheit leben.
Die Urteilsbegründung ließ keinen Zweifel daran, dass es sich um einen kaltblütigen Mehrfachmörder handelte, der keine Reue zeigte.
Weitere Ermittlungen und der dritte Fall (2013)
Nach dem Fund der sterblichen Überreste von Maria Kämpf-Ribeiro im Jahr 2011 kam es 2013 zu einem weiteren Verfahren. Obwohl Sprungk beteuerte, es habe sich um einen Unfall gehandelt, werteten die Richter die Beweislage anders. Die Tat konnte eindeutig ihm zugeordnet werden, womit er nicht nur für zwei, sondern für drei Morde verantwortlich war.
Die Verurteilung änderte an seiner Strafe nichts, da er bereits lebenslang mit Sicherungsverwahrung erhielt, verstärkte jedoch sein Image als Serienmörder.
Suizid in der JVA Burg (2018)
Im Januar 2018 nahm sich Gabor Sprungk in der Justizvollzugsanstalt Burg das Leben. Sein Tod beendete zwar ein dunkles Kapitel der Justizgeschichte, riss jedoch auch alte Wunden auf. Für die Opferfamilien bedeutete sein Suizid einerseits Erleichterung, andererseits blieb das Gefühl zurück, keine vollständige Gerechtigkeit erfahren zu haben.
Die Nachricht verbreitete sich schnell und führte in Sachsen-Anhalt zu gemischten Reaktionen. Während manche erleichtert waren, dass er keine Gefahr mehr darstellen konnte, hinterließ die Tat eine bedrückende Erinnerung an seine Verbrechen.
Bedeutung für Justiz und Gesellschaft
Der Fall Gabor Sprungk machte auf mehreren Ebenen Schlagzeilen:
- Sicherungsverwahrung: Er war ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit dieser Maßnahme bei besonders gefährlichen Tätern.
- Internationale Ermittlungen: Seine Festnahme in der Schweiz zeigte die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit.
- Risiken von Online-Kontakten: Besonders der Fall Kämpf-Ribeiro machte deutlich, wie Täter Internet und SMS-Kommunikation nutzen können, um Opfer zu manipulieren.
Für die Region Mansfeld bleibt der Name Sprungk bis heute ein Synonym für Angst und Entsetzen.
Fazit
Der Fall Gabor Sprungk ist einer der dunkelsten Kriminalfälle in der jüngeren deutschen Geschichte. Zwischen 2007 und 2008 verübte er mindestens drei Morde, die erst nach intensiven Ermittlungen und Prozessen vollständig aufgeklärt werden konnten. Seine lebenslange Freiheitsstrafe mit Sicherungsverwahrung spiegelte die Schwere seiner Schuld wider, sein Suizid 2018 setzte dem Kapitel ein abruptes Ende.
Die Geschichte von Sprungk ist nicht nur ein erschütterndes Beispiel für menschliche Abgründe, sondern auch ein Lehrstück für die deutsche Justiz und Gesellschaft. Sie verdeutlicht, wie wichtig Aufklärung, internationale Zusammenarbeit und eine kritische Betrachtung moderner Kommunikationswege sind.